Klärendes Gespräch mit dem Bischof

22.06.2024 |

Der BDKJ Freiburg fordert nach der Ablehnung einer Kandidatin für das Amt der DPSG-Bundeskuratin ein klärendes Gespräch mit dem Erzbischof über Vertrauen, Mitbestimmung und Zusammenarbeit auf Augenhöhe.

Die Diözesanversammlung möge beschließen: Dass der BDKJ Diözesanverband Freiburg sich kritisch mit der Entscheidung des Ständigen Rates der Deutschen Bischofskonferenz über die Ablehnung einer Kandidatin für das Amt der Bundeskuratin der Deutschen Pfadfinderschaft Sankt Georg (DPSG) auseinandersetzt und veranlasst, dass es zu einem klärenden Gespräch mit dem Erzbischof kommt. Die Gründe für die Ablehnung durch den Ständigen Rat sind bis heute nicht öffentlich bekannt. Dieses Vorgehen von Seiten des Ständigen Rates eröffnet einen großen Spielraum für Vermutungen, Spekulationen und Fragen. Wie kann eine zukünftige Zusammenarbeit mit den Bischöfen aussehen? Ist überhaupt noch ein gegenseitiges Vertrauen vorhanden? Ein großer Unmut zieht sich durch alle Ebenen der DPSG und ist weit darüber hinaus auch in anderen Verbänden spürbar. Selten wurde eine Angelegenheit unseres Verbandes von den Mitgliedern so intensiv in den sozialen Medien diskutiert und fand ein so starkes Echo in der katholischen Öffentlichkeit.[1] Alle Jugendverbände verlieren ohne geistliche Verbandsleitung viele ihrer Möglichkeiten und Fähigkeiten in ihrem Dienst am Auftrag der Kirche mitzuwirken. Dieser Schaden trifft uns als Verband im Einzelnen und als BDKJ. Einer unserer Gründe für die massive Erschütterung war die Unvorhersehbarkeit dieser Entscheidung, da im Vorfeld keinerlei Bedenken im Blick auf die Kandidatur geäußert wurden. Im Gegensatz dazu wurde der Kandidatin deutlich signalisiert, dass alle formalen Bedingungen erfüllt sind und dass sie für das Amt geeignet ist. Als Mitglieder eines Jugendverbandes sind wir demokratisch legitimierte Expert*innen für die Bedürfnisse des jeweiligen Verbandes. Uns ist es jetzt verwehrt geblieben, eine inhaltlich begründete Wahl zu treffen. Auf dem synodalen Weg wurde immer wieder suggeriert, dass man gemeinsame Wege im Aufeinander hören und miteinander ringen sucht und geht. Papst Franziskus betont dies als ein Wesensmerkmal der Kirche. Dieses Versprechen wurde hier in keiner Weise eingelöst. Wir sind trotz dieses Vorgangs weiterhin bereit zu einem solchen gemeinsamen Weg auf Augenhöhe und wollen ihn gehen. Deswegen fordern wir: Es muss ein klärendes Gespräch stattfinden zwischen dem Erzbischof und Vertreter*innen aus der BDKJ-Diözesanleitung und aus der DPSG-Diözesanleitung. In diesem Gespräch sollen die gegenseitigen Erwartungen geklärt werden, wie sich Lai*innen in Leitungspositionen der Kirche einbringen können und wie eine Partner*innenschaft auf Augenhöhe in Zukunft aussehen kann. Wie die Souveränität und Eigenständigkeit aller Verbände respektiert werden kann, die Teil der Kirche sind.